Die beiden Wildkatzen-Familien hielten sich versteckt, ebenso die Eulen, Käuze und Fledermäuse. Die Wanderung über den Teichelberg am Kirchweihsonntag war trotzdem abenteuerlich und lehrreich. Der BUND Naturschutz hatte dazu eingeladen. Über hundert Wanderer waren der Einladung in den Urwald gefolgt.

Mit von der Partie waren die Mitglieder der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und die Hausherren von den Bayrischen Staatsforsten, Gerhard Schneider und Markus Liegl. Sie übernahmen auch einen großen Teil der Erklärungen.

Eine „Perle der Naturwälder“ nannte der BN Kreisvorsitzende Josef Siller den Teichelberg. Seit Jahrhunderten ist dieses abgelegene und steile Gebiet kaum genutzt worden, 1978 wurde darin das Naturwald-Reservat „Gitschger“ ausgewiesen, seit 1996 ist es Naturschutzgebiet und seit 2006 FFH Gebiet.  Der „Gitschger“ ist 68 Hektar groß, insgesamt umfasst das Schutzgebiet 115 Hektar. In ganz Nordostbayern gibt es keinen vergleichbaren Wald.

Trotzdem ist der Teichelberg noch immer in großer Gefahr. Die Basalt AG will den Steinbruch erweitern und die ganze Kuppe des Berges abbaggern. Der Antrag auf Abbau von weiteren 37 Hektar liegt seit 2011 beim Bergamt Nordbayern. Laut Siller gehört die Basalt AG zum Werhahn Konzern. Dieser ist betreibt allein in Deutschland über 100 Steinbrüche.

Gerhard Schneider, der Chef der Bayrischen Staatsforsten im Landkreis, erläuterte den momentanen Stand der Dinge. Über den Antrag ist noch nicht entschieden, er wird zurzeit überarbeitet. Nach dem gültigen Bergrecht hat die Rohstoffsicherung Vorrang vor Naturschutz, dieses Recht stammt noch aus den Zeiten von Bismarck. Schneider betonte auch, dass den Bayrischen Staatsforsten der Naturschutz sehr wichtig sei.

Die Tour durch den ältesten Wald im Landkreis beeindruckte die Wanderer sehr. Hier stehen uralte Buchen, Linden und Ahorn mit mehr als drei Metern Stammumfang, und die höchste Fichte Bayerns mit über 50 Metern Länge. Umgestürzte und vermodernde Baumriesen mussten umgangen oder überklettert werden.

 Revierförster Liegl erklärte warum dieses Totholz so wichtig ist. Darin leben Hunderte von Tierarten, viele davon sind inzwischen sehr selten geworden. Über 500 Käferarten gibt es hier und 230 Arten von Großpilzen, außerdem mehr als 400 verschiedene Nachtschmetterlinge, 12 Fledermausarten und viele Waldvögel. Manche dieser Arten sind ganz Deutschland bereits ausgestorben, denn ungenutzte alte Laubwälder sind in Deutschland extrem selten. Deshalb ist der Teichelberg von nationaler Bedeutung.

Laut Liegl ist der Teichelberg das Quellgebiet vieler Arten, sie haben hier ihr Zentrum und können sich in die Umgebung ausbreiten. Für manche Vogelarten wie den Zwergschnepper ist das Reservat bereits jetzt zu klein. Werden noch weitere Hektar weggebaggert, dann werden viele Tiere ganz verschwinden – aus dem Landkreis und aus ganz Deutschland.

Der BUND Naturschutz wird um den Teichelberg kämpfen und wenn nötig durch alle Instanzen klagen. Siller nannte es eine Schande, dass der Bayrische Staat nicht in der Lage ist sein Eigentum zu schützen. „Nicht alles darf man auf dem Altar der Wirtschaft opfern!“

 

 

„Wenn der Teichelberg fällt, dann ist kein Naturschutzgebiet mehr sicher“

Der Teichelberg ist wieder in akuter Gefahr

 

Die Basalt AG will die Erweiterung des Steinbruchs beantragen und 13 Hektar Naturschutzgebiet vernichten.

 

Damit würde einer der letzten Urwälder Nordostbayerns zerstört. Hier stehen Buchen, Ahorn, Eschen und Linden, die bis zu 250 Jahre alt sind und einen Stammumfang von mehr als drei Metern haben. Manche dieser Riesen sind inzwischen umgestürzt und vermodern. In ihrem Totholz leben Hunderte von Tierarten, die meisten sind inzwischen sehr selten geworden.415 Käferarten gibt es hier, davon sind 150 auf Totholz angewiesen. Dazu über 400 verschiedene Nachtschmetterlinge und 220 Pilzarten. Etliche dieser Arten sind in ganz Deutschland ausgestorben, für sie ist der Teichelberg eine „Arche Noah“

 

Leider wurden 1996 noch einmal 26 Hektar des Teichelberg zum Basaltabbau freigegeben, die in den letzten 20 Jahren abgebaut wurden. Jetzt wollen wieder 13 Hektar dem Bagger zum Opfer fallen. So wird eines unserer kostbarsten Naturschutzgebiete in Etappen zerstört.

Der Teichelberg ist im Besitz des Freistaats Bayern und gehört damit dem bayrischen Volk. Es ist ein Skandal, wenn der Freistaat nicht in der Lage ist seine eigenen Naturschutzgebiete zu schützen.

 

Der Bund Naturschutz Bayern werde um den Teichelberg kämpfen, wenn nötig werden wir durch alle Instanzen klagen.

 

Wenn der Teichelberg fällt ist kein Naturschutzgebiet mehr sicher!