Stellungnahme der Kreisgruppe zu Blühflächen

Die Kreisgruppe des BN sieht die Bereitschaft der Bauern für mehr Blühflächen grundsätzlich positiv. Wir wünschen uns, dass gemeinsam mit den Landwirten sinnvolle und dauerhafte Verbesserungen für den Insekten- und Artenschutz erreicht werden.

Stellungnahme der Kreisgruppe Tirschenreuth zur Anlage von Blühflächen durch die Landwirte

Die Kreisgruppe des BN sieht die Bereitschaft der Bauern für mehr Blühflächen grundsätzlich positiv. Wir wünschen uns, dass gemeinsam mit den Landwirten sinnvolle und dauerhafte Verbesserungen für den Insekten- und Artenschutz erreicht werden. Dazu sind folgende Punkte zu beachten:

  • Es muss geeignetes heimisches Saatgut für Blühflächen verwendet werden. Ein Großteil unserer Insektenarten hat sich auf bestimmte einheimische Wildpflanzen spezialisiert und braucht diese zum Überleben.
  • Die Lage und Eignung der Flächen ist entscheidend. Gut besonnte, straßenabgewandte und magere Standorte sind für Insekten am besten geeignet, mit möglichst weitem Abstand zu pestizidbehandelten Flächen. Insekten wie Wildbienen brauchen im direkten Umfeld Feldraine oder Böschungen als Nistmöglichkeiten.
  • Flächengröße: mindestens 20m breite Streifen oder zusammenhängende Fläche von mindestens 0,3 ha. Ein schmaler Streifen am Feldrand zwischen Maisacker und kurzgeschorenen Straßengraben ist für die Artenvielfalt nicht von Nutzen.
  • Die Blühflächen sollten über mehrere Jahre auf der Fläche bleiben und – je nach Saatgut – erst im Frühjahr oder gar nicht gemäht werden. Die trockenen Pflanzen dienen den Insekten als Winterquartier, ihre Samen sind Winterfutter für unsere Vögel.
  • Soweit möglich sollten die Landwirte auch dauerhafte Biotope auf ihren Flächen anlegen, z.B. neue Heckenstreifen oder Feldraine. Denn vereinzelte Blühflächen sind noch kein Ersatz für zusammenhängende Lebensräume in der Agrarlandschaft. Ohne diese Vernetzung können sich die Tiere nicht verbreiten.

 Auch Randstreifen entlang von Straßen sind wichtige Wanderkorridore. Sie müssen daher möglichst naturnah gepflegt und nicht unnötig gemäht oder abgeholzt werden. Zusammen mit den Dauerflächen der Landwirte könnte sich so ein neues Netz für die Artenvielfalt entwickeln.

Ursula Schimmel, Geschäftsstelle der BN Kreisgruppe TIR

Stellungnahme der Kreisgruppe zu Windkraft im Hessenreuther Wald

Der BUND Naturschutz hält die Windenergie mit „ökologischen Leitplanken“ an fundiert geprüften Standorten für verantwortbar und wehrt sich gegen ihre grundsätzliche Verteufelung.

Bisher liegen dem BUND Naturschutz keine fundierten Daten zu konkret geplanten Windenergiestandorten und zu ausreichenden Erhebungen relevanter Tierarten vor. Wegen der hohen Sensibilität des betroffenen Gebiets ist nicht klar, ob die Naturschutzanforderungen an eine solche Planung in diesem Bereich erfüllbar sind.

2017 hat der regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord die Fortschreibung des Regionalplans zum Thema Windkraft eingestellt. Die Fortschreibung hätte festgelegt welche Gebiete für WKA in Frage kommen und welche ausgeschlossen sind. Leider wurde dieses Verfahren durch die 10H-Regelung ausgehebelt. Denn diese führt dazu, dass Windkraft-Planungen nun in abgelegene Waldgebiete abgedrängt werden.

Unser Klima hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, in unseren Wäldern hat ein Waldsterben bisher unbekannten Ausmaßes eingesetzt.  Um unsere heimische Natur zu schützen ist für uns die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels der Pariser Klima-Konferenz zwingend erforderlich. Die dringend erforderliche Energiewende muss mit dem Dreiklang Energiesparen, Erhöhung der Energie-Effizienz und Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgen. Zu letzterem kann und muss auch in Bayern die Windenergie an geeigneten Standorten einen erheblichen Beitrag leisten. Wenn sie mit Bürgerenergiegenossenschaften vorangetrieben wird, kann sie gerade im ländlichen Raum die Wertschöpfung vor Ort und damit die Regionalentwicklung stärken. Als Naturschutzverband ist es für uns selbstverständlich, dass dabei eine nachvollziehbare und fundierte Standortwahl erfolgen muss, die ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur auf ein Minimum reduziert.