"Gerettete Arche Noah"

„Gerettete Arche Noah“ statt „Bedrohte Arche Noah“ hieß das diesjährige Motto der Naturschutz (BN) - Exkursion am Teichelberg. Zur Wanderung durch das Schutzgebiet kam auch heuer wieder ein große Anzahl Naturfreunde.

Vorstand J. Siller erklärt die Situation

20.11.2018

„Gerettete Arche Noah“ statt „Bedrohte Arche Noah“ hieß das diesjährige Motto des Naturschutz (BN) am Teichelberg. Zur Wanderung durch das Schutzgebiet kam auch heuer wieder ein große Anzahl Naturfreunde.

Vor dem Ausblick auf die dramatische Abbruchkante des Steinbruchs erklärte der BN Vorsitzende Josef Siller, warum der Teichelberger Wald so kostbar ist. Es handle sich keineswegs um „ein paar Bäume“, sondern um den wertvollsten unberührten Wald der nördlichen Oberpfalz.

Mit seinen uralten Bäumen und hohem Totholzanteil sei dieser Wald der letzte Lebensraum vieler bedrohter Pflanzen und Tiere. Es ist einer der artenreichsten Wälder in Bayern, für verschiedene Käfer- und Schneckenarten ist es sogar das letzte Vorkommen in Deutschland.

„Schöpfung bewahren“ lautet das Motto des BUND Naturschutz. „Wir dürfen nicht alles auf dem Altar der Wirtschaft opfern“ appellierte Siller eindringlich. Außerdem gebe es in unmittelbarer Nähe am Hirschentanz große Basaltvorkommen für den Abbau.

Wolfgang Schödel von den Bayrischen Staatsforsten erläuterte anschaulich welche Bedingungen ein Wald zum Wachsen braucht. Es müssen viele Faktoren zusammentreffen, damit sich ein Wald von so hohem biologischem Wert entwickeln kann. Es handelt sich hier um einen Hangschuttwald, zwischen den Buchen stehen Linden, Eschen, Tannen, Bergulmen, sowie Berg- und Spitzahorn. Manche der Bäume sind über 200 Jahre alt. Seit Jahrzehnten wurde kein Holz mehr entnommen, es wird lediglich bejagt.

Deutschland ist das Haupt Verbreitungsgebiet der Buche und hat daher weltweit eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Wälder. Ungenutzte alte Laubwälder sind extrem selten, deshalb ist der Teichelberg von nationaler Bedeutung.

Der Oberpfalz-Referent des BN, Reinhard Scheuerlein, dankte den Naturschützern für ihren Einsatz. „Der BUND Naturschutz hatte sich vorbereitet, gegen den weiteren Basaltabbau durch alle Instanzen zu klagen.“ Man werde auch weiterhin ein wachsames Auge auf den Teichelberg haben.

Auf dem Rückweg kamen die Wanderer zum Hanklbrunnen, Siller erzählte vom Hanklbrunnen-Fest, zum dem die Mitterteicher noch in den 1980igern gewandert seien. Damals plätscherte der Brunnen, inzwischen wurde ihm das Wasser abgegraben.