Stellungnahme der Kreisgruppe zu Blühflächen

Die Kreisgruppe des BN sieht die Bereitschaft der Bauern für mehr Blühflächen grundsätzlich positiv. Wir wünschen uns, dass gemeinsam mit den Landwirten sinnvolle und dauerhafte Verbesserungen für den Insekten- und Artenschutz erreicht werden.

30.03.2019

Stellungnahme der Kreisgruppe Tirschenreuth zur Anlage von Blühflächen durch die Landwirte

Die Kreisgruppe des BN sieht die Bereitschaft der Bauern für mehr Blühflächen grundsätzlich positiv. Wir wünschen uns, dass gemeinsam mit den Landwirten sinnvolle und dauerhafte Verbesserungen für den Insekten- und Artenschutz erreicht werden. Dazu sind folgende Punkte zu beachten:

·         Es muss geeignetes heimisches Saatgut für Blühflächen verwendet werden. Ein Großteil unserer Insektenarten hat sich auf bestimmte einheimische Wildpflanzen spezialisiert und braucht diese zum Überleben.

·         Die Lage und Eignung der Flächen ist entscheidend. Gut besonnte, straßenabgewandte und magere Standorte sind für Insekten am besten geeignet, mit möglichst weitem Abstand zu pestizidbehandelten Flächen. Insekten wie Wildbienen brauchen im direkten Umfeld Feldraine oder Böschungen als Nistmöglichkeiten.

·          Flächengröße: mindestens 20m breite Streifen oder zusammenhängende Fläche von mindestens 0,3 ha. Ein schmaler Streifen am Feldrand zwischen Maisacker und kurzgeschorenen Straßengraben ist für die Artenvielfalt nicht von Nutzen.

·          Die Blühflächen sollten über mehrere Jahre auf der Fläche bleiben und – je nach Saatgut – erst im Frühjahr oder gar nicht gemäht werden. Die trockenen Pflanzen dienen den Insekten als Winterquartier, ihre Samen sind Winterfutter für unsere Vögel.

 ·         Soweit möglich sollten die Landwirte auch dauerhafte Biotope auf ihren Flächen anlegen, z.B. neue Heckenstreifen oder Feldraine. Denn vereinzelte Blühflächen sind noch kein Ersatz für zusammenhängende Lebensräume in der Agrarlandschaft. Ohne diese Vernetzung können sich die Tiere nicht verbreiten.

 Auch Randstreifen entlang von Straßen sind wichtige Wanderkorridore. Sie müssen daher möglichst naturnah gepflegt und nicht unnötig gemäht oder abgeholzt werden. Zusammen mit den Dauerflächen der Landwirte könnte sich so ein neues Netz für die Artenvielfalt entwickeln.

Ursula Schimmel, Geschäftsstelle der BN Kreisgruppe TIR